Machen wir weiter mit den anderen Kasten - den "Niederen Kasten"
Die niederen Kasten sind, anders als die hohen Kasten, durchlässiger. Wenn ein Schreiner beschließt nun lieber zu Töpfern, dann kann er seine Kaste mit Leichtigkeit wechseln. Ebenso legen die niederen Kasten deutlich weniger Wert auf die Farbcodierung der hohen Kasten - technisch GIBT es zwar Farben für jede Kaste, in der Praxis werden diese jedoch in den seltensten Fällen getragen - von Ausnahmen abgesehen. Es gibt viele verschiedene niedere Kasten und nur die wichtigsten werden nun exemplarisch aufgezählt:
- Die Kaste der Baumeister -
Die Baumeister, Architekten und Maurer, sehen sich selbst als das Rückgrat der goreanischen Stadtstaaten - und etwas wahres könnte daran sein. Die meisten Baumeister arbeiten unermüdlich an Bauwerken und anderen Großkonstruktionen die für das tägliche Leben benötigt werden. Andere haben sich auf Schiffe spezialisiert. Bestimmte Baumeister haben einen Ruf als Streitwagenkonstrukteur. Wieder andere arbeiten als quasi "Gehilfen" für ein Mitglied der Wissenden und setzen dessen bizarre Konstruktionen um. Anders als die Wissenden werden die Baumeister von der Bevölkerung allerdings "verstanden" und genießen hohe Achtung. Anders als die meisten niederen Kasten achten die Baumeister aus guten Gründen auf die Konkurrenz - wer sich "Baumeister" nennen will, der braucht die Anerkennung der Kastenältesten und muss dafür üblicherweise seine Kunstfertigkeit beweisen. Ihre Farbe ist ein reines Gelb, auch wenn sie das nur seltenst einmal tragen.
- Die Kaste der Heiler -
Hebammen, blutige Wundärzte und Kräuterkundige finden sich in der Kaste der Heiler. Diese Kaste verzichtet fast immer auf eine Qualitätskontrolle ihrer Mitglieder - JEDER der ein grünes Stoffstück um die Hüften bindet kann sich "Heiler" nennen. Als Folge schwankt die Qualität der meisten goreanischen Heiler massiv. Von wirren Quacksalbern über inkompetente Metzger, hinzu brillanten Chirurgen denen nur das Geld für die Kaste der Wissenden fehlte, findet sich hier die gesamte Bandbreite der menschlichen (In)kompetenz. Anderseits werden einem Heiler, der zuviele Patienten umbringt, die Angehörigen irgendwann einen Besuch abstatten, was die Waage leicht in Richtung der "guten" Ärzte verschiebt. Die meisten Leute trauen den Heilern übrigens mehr auf den Weg als den Wissenden, auch wenn DEREN Ausbildung deutlich höherwertig ist (oder ÜBERHAUPT stattgefunden hat). Andererseits sind die Heiler natürlich billiger. In der Kaste findet sich eine Vielzahl von Frauen, viele von ihnen auch freigelassene Sklavinnen, einfach weil es sehr einfach ist der Kaste beizutreten.
- Die Kaste der Händler -
Scherzhaft wird die Kaste gerne als die "wahre Macht" von Gor bezeichnet, allerdings kann es gut sein, das dieser "Scherz" einen Funken Wahrheit beinhaltet. Die Händler haben das faktische Monopol auf den Handel zwischen den Stadtstaaten, was die Kaste unermesslich reich macht. Wer einen Teil dieses Kuchens für sich haben will, der braucht die Erlaubnis der Kastenältesten seiner Stadt (üblicherweise verbunden mit einem großen "Geschenk" an diese) - oder er kann Schmuggeln. Da man in den meisten Städten für diesen Schmuggel gekreuzigt wird, wagen nur die mutigsten dieses riskante Unternehmen. Die Händler tragen weiß mit goldener Borte. Die Kaste gebärdet sich beinahe wie eine hohe Kaste - die Mitgliedschaft bei den Händlern wird üblicherweise vererbt, da faktisch die wenigsten Handwerker die notwendigen "Geschenke", also das Bestechungsgeld, für die Kastenältesten aufbringen könnten. Viele hohe Kasten verachten die Händler, da die meisten bei diesen aber verschuldet sind, handeln sie nicht offen gegen sie.
- Die Kaste der Sklavenhändler -
Die meist grell gekleideten Sklavenhändler jagen und bilden Sklaven aus. Da Sklaven das Rückgrat der goreanischen Wirtschaft sind und der Verkauf von Sklaven durch Händler ohne eine entsprechende "Lizenz" verboten ist, können die Sklavenhändler ebenfalls häufig erhebliches Vermögen anhäufen. Die Kaste ist einer der größten Arbeitgeber der roten Kaste, braucht man die Krieger doch für das Fangen und Bewachen der Sklaven. Grundsätzlich sind Sklavenhändler ziemlich verrufen und trotz ihres Vermögens selten wirklich gesellschaftlich so akzeptiert, dass sie zu den wirklich wichtigen Parties eingeladen werden. Ausnahmen von dieser Regel bestehen jedoch - einige alte Sklavenhändlergeschlechter haben erheblichen Einfluss und einen Sklaven aus deren Bestand sein eigen zu nennen ist ein großes Statussymbol. Diese Sklavenhäuser "züchten" auch gezielt bestimmte Sklaveneigenschaften, wohingegen sich die meisten anderen Sklavenhändler darauf beschränken zu "jagen" und dann zu brechen.
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Goreanisches Lebensgefühl
Männliche Dominanz:
Männer sind das starke Geschlecht - zumindest in Mittelgor. Dies mag auf den ersten Blick verwundern, da Frauen doch teilweise ganz erhebliche Freiheiten gewährt werden, doch stellt sich bei näherer Betrachtung heraus, dass Frauen üblicherweise von allen wichtigen politischen Ämtern ausgeschlossen sind und dass die Erbfolge immer nur über die Söhne verläuft. Die Möglichkeiten für Frauen an eigenes Vermögen zu kommen sind äusserst beschränkt.
Hinzu kommt, das "Frauen" die sich für die Kaste der Krieger, also die Träger des militärischen Rückgrates der einzelnen Stadtstaaten ihre geschlechtliche Identität quasi aufgeben und von der Gesellschaft als "Mann" behandelt werden (das geht soweit, das sie teilweise auch in der Öffentlichkeit Sklavinnen auf Tavernentischen nehmen).
Sexualität:
Der Goreaner an sich geht unverkrampft und offen mit seiner Sexualität um. Dies gilt zunächst für beiderlei Geschlechter - auch die freie Frau genießt eine ungeahnte Freiheit und kann sich austoben wie sie möchte. Der Goreaner beschränkt sich dabei auch nicht auf sein eigenes Geschlecht - insbesondere ist es unter Kriegern ein Zeichen von Schwäche männliche Bettgefährten zu verschmähen. Wie kann ein Krieger seine Brüder auf dem Schlachtfeld verteidigen, wenn er sie nicht wirklich lieben kann? - so jedenfalls die Ratio der meisten Rotkastigen. Talenus, der Sohn des Herrschers von Ar und sein Gefährte Tarl Cabot von der Erde lehnen sogar vollumfänglich den geschlechtlichen Kontakt mit Frauen ab - dieser schwäche einen echten Mann lediglich. Die meisten Krieger können diesem Extrembeispiel allerdings nur wenig abgewinnen.
Tavernen:
Unter den Angehörigen der hohen Kasten sind Tavernen grundsätzlich verpönt. Wenn er sich mit Freunden treffen und etwas trinken will, dann geht er in ein Badehaus, wo beiderlei Geschlechter ganz ungezwungen miteinander umgehen können. Goreaner der niederen Kasten treffen sich in kleinen, Cauponae genannten Tavernen, die üblicherweise nur Platz für wenige "Stammkunden" bieten. Fremde werden äusserst misstrauisch beäugt - um in einer dieser Tavernen akzeptiert zu werden muss man einen der regulären Besucher kennen - oder dessen Stammplatz ererben. Ansonsten hält sich der Goreaner von Tavernen fern - für ihn ist es fremd dort zu sitzen und über Banalitäten zu reden während er auf den Tod wartet - Für den Goreaner tobt das Leben da draussen.
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Ja, das ist alles sehr, sehr skizzenhaft - aber eben auch nur ein Entwurf - mal sehen was mir sonst noch so einfällt - zur Sklaverei und zu Assassinen sollte ich irgendwann nochmal was schreiben...
Hi,
AntwortenLöschenich wurde durch Bart auf deine Seite aufmerksam. Ich hab da eien Frage wegen dem Satz "Sklaven das Rückgrat der goreianischen Wirtschaft"
In einer anderen Erklärung (bitte nicht fragen welches, da ich es nicht merh weiß) meinte der Verfasser, dass in GOR die Sklaverei nicht das Rückgrad der Wirtschaft wäre. Auf GOR wäre nur ein kleiner Teil versklavt und würde man in GOR von heute auf morgen auf die SKlaverei verzichten, würden die Stadtstaaten nicht so untergehen, wie das damalige Rom.
Natürlich gebe es Stadtstaaten, die mehr Skalven als Einwohner hätten, aber das sind Außnahmen und nicht die Regel.
Wie oben schon geschrieben, sind das nicht meine Worte und ich würde da jetzt geren wissen, was da jetzt eigentlich stimmt.
Gruß
Gerd
Keine Ahnung? Was ich da geschrieben habe ist ein Reimagining - ich habe mir also grob die Optik und das Gefühl genommen das für mich "Gor" ausmacht, und habe dann mit ganz, ganz, ganz breitem Pinsel angefangen zu malen.
AntwortenLöschenEhrlich gesagt ist mir total egal was auf Normanns "Gor" so vor sich geht - bei meinem Reimagining SIND sie das Rückgrat der Wirtschaft, weil meine Goreaner sind dekadent, arbeitsscheu und vergnügungssüchtig und lassen lieber andere schuften :)