- oder - Reimagining von Gor
Das ist mein theoretischer Entwurf für ein "besseres" Gor. Es ist das Gor das mir deutlich besser gefallen würde und dient eigentlich nur dem geistigen "Sport" und meiner Vorliebe für das Entwerfen von Rollenspielwelten. Das niemand meine Vision spielen würde, ist mir schon klar. Ich fange dabei mit Mittelgor an.
Grundlegendes:
Wo der Planet Gor genau liegt, vermag keiner seiner Gelehrten zu sagen. Zwar gibt es die Vermutung, das es sich bei dem Planeten um die so genannte "Gegenerde" in unserem Sonnensystem handeln könnte, im Hinblick darauf, dass der Sternenhimmel sich aber vollständig von der Erde unterscheidet, scheint diese Überlegung zweifelhaft. Die Position im Universum spielt jedoch auch letztlich keine Rolle. Gor ist in etwa so groß wie unsere Erde, auch wenn dies den Bewohnern üblicherweise nicht bewusst ist. Die bekannte Welt ist dabei allerdings nur ein Bruchteil der Oberfläche. Das Klima ist allgemein rauer als auf der Erde und gibt dem Planeten eine Art von herber Schönheit. Die Kreaturen der Welt (dazu später mehr) sind infolge dessen auch an dieses Klima angepasst.
Die Gesellschaft in Mittelgor:
Die goreanische Gesellschaft ist nach heutigem Stand eher primitiv bis Antik. Grob kennen die Mittel-Goreaner dabei drei Gesellschaftliche Schichten - die "hohen" Kasten, die "niederen Kasten" sowie Sklaven. Die hohen Kasten bestehen aus der Kaste der Herrschenden, der Kaste der Eingeweihten, der Kaste der Wissenden, der Kaste der Schriftgelehrten und der Kaste der Krieger - wobei die Kriegerkaste eine merkwürdige Zwitterstellung einnimmt. Bei den niederen Kasten sind die Kaste der Baumeister, die Kaste der Heiler, die Kaste der Schmiede sowie die Kaste der Bauern gesondert zu erwähnen. Jede dieser Kasten ist farbcodiert um auch dem schlichtesten Gemüt die Möglichkeit zu geben sie sofort zu erkennen. Diese Farbgebung ist allerdings nicht ausschließlich und in den meisten Fällen beschränkt sie sich auf eine Borte oder eine Schärpe in der Kastenfarbe - es ist also ganz normal auch einen Heiler in einer roten Robe - mit einer grünen Schärpe - zu sehen.
- Die Kaste der Herrschenden -
Die Kaste der Herrschenden, traditionell gekleidet in weiße Roben mit Lila Schärpe (im jüngster Zeit kommt auch eine volle Lila Robe in Mode, soetwas wird aber von den älteren Herrschenden für abartig gehalten), ist eine undurchdringliche, starre Kaste in die man hineingeboren wird und die man üblicherweise auch nicht wieder verlässt. In ganz seltenen Fällen kommt es vor, dass einzelne Goreaner durch eigene Kraft soviel "Macht" sammeln, dass sie irgendwo die Macht einer Stadt übernehmen - in solchen Fällen nimmt die Kaste den Neuankömmling üblicherweise "in die Kaste auf" - aber diese Fälle sind extrem selten. Die Herrschenden "führen an" - die Ausbildung in der Kaste, die immer sehr persönlich verläuft, beinhaltet die Details der Staatskunst und der Menschenführung. Die Herrschenden findet man als Ubare, an der Spitze von Städten oder als Legaten an der Spitze von Armeen, als Berater der Herrschenden (Die Stadt Ar leistet sich einen Senat), als Magistraten die über Recht und Unrecht befinden - und als dekadente, reiche, gelangweilte Oberschicht.
- Die Kaste der Eingeweihten -
Die Religion von Mittelgor ist eine mystische, schwer zu verstehende, verquaste Angelegenheit. Angebetet wird ein beinahe unüberschaubares Pantheon aus Göttern, Hausgötzen und Familienahnen - deren physische Manifestation aber ihre Mittler, die unnahbaren "Priesterkönige" sind. Als oberster Gott gilt dabei "Jupiter" (je nach Region auch "Zeus"), der über die meisten Priesterkönige als Diener verfügt. Die wahre Natur der Priesterkönige ist den Goreanern ein Rätsel und die Verehrung beschränkt sich auf ein furchtsames Opfern gegenüber diesen Göttern (in manchen Städten mit Menschenopfern verbunden) und das vage Hoffen vom Zorn der Götter und ihrer Emissäre verschont zu werden. Diese Aufgabe übernehmen die Eingeweihten, deren Macht an die der Herrschenden heranreicht. Kompetenzgerangel zwischen Herrschenden und Eingeweihten sind an der Tagesordnung - und da die Eingeweihten großen Respekt beim Volk genießen wagen es die meisten Herrschenden nicht gegen diese vorzugehen. Ihre Farbe ist ein reines weiß - häufig tragen sie nichts anderes. Die Kaste frischt sich immer aus Neuzugängen auf, da ihre Mitglieder keine Frauen nehmen und sehr selten nur Kinder zeugen. Die Eingeweihten sind die Priester, Orakel und Mystiker von Gor
- Die Kaste der Wissenden -
"Wissen ist Macht" - und nirgendwo ist das wahrer als auf Gor. Die Wissenden sind die Universalgelehrten und Wissenschaftler von Gor. Ingenieure, Mediziner, Chemiker und Biologen. Allen ist gemein, dass sie auf einer der großen Universitäten von Gor ihre Ausbildung genossen haben. In diese Kaste kommt man nur über diese Bildungseinrichtungen, und wer ihre teuren Aufnahmegebühren nicht bezahlen kann, der hat eben Pech gehabt (obgleich besonders brillante Köpfe gelegentlich ein Stipendium bekommen - oder auch ihren Eltern geraubt werden, wenn die der Meinung sind ihr Kind sollte auf dem heimatlichen Hof versauern). Diese Kaste beansprucht fast universell alle Sklaven von der Erde für sich - aufgrund der höheren Bildung der Erdentführten eignen sich diese häufig perfekt für eine Mitarbeit bei den Wissenden - und in mehr als einem Fall wurde der Sklave schließlich freigelassen um selbst der Kaste beizutreten. Die niederen Kasten der Schmiede, Baumeister und Heiler wildern sehr viel im Kompetenzbereich der Wissenden - diese empfinden es aber nicht als Bedrohung wenn sich auch mal ein "Schlachter" um Wunden kümmert - dann haben sie schließlich mehr Zeit die Geheimnisse der Welt zu ergründen. Beim Volk gelten die Wissenden als Zauberkundige - die Wissenschaft die sie betreiben ist derartig unverständlich, das die leuchtenden Kugeln und mysteriösen physischen Effekte wie Hexerei empfunden werden. Ihre Farben, die fast NUR als Borte getragen werden sind ein grün, gelb, blaues verziertes Muster.
- Die Kaste der Schriftgelehrten -
Die wenigsten Goreaner können schreiben. Die Wissenden vermögen dies häufig, die Eingeweihten können immerhin lesen und die Herrschenden je nach Lust und Laune - bei den anderen Kasten kommt es extrem selten auch einmal vor - aber die Schriftgelehrten können und müssen es IMMER. Der Ubar von Ar pflegte einmal scherzhaft zu sagen, dass die wahre Macht seiner Stadt nicht auf ihm, sondern auf den Schriftgelehrten ruhe - und wahrscheinlich hatte er damit sogar recht. Die Schriftgelehrten sind die fleissigen Beamten einer Stadt. Die grauenvolle und verschachtelte Bürokratie, die obskuren Gesetze einer Stadt an der die Herrschenden teils seit über 1000 Jahren herumbasteln - all das ist ihre Welt. Die Schriftgelehrten sind die Offizialbeamten der Stadt, die Richter, die Gelehrten der Geschichte und der "weichen" Wissenschaften und sogar Kartographen und Navigatoren zur See. Infolgedessen findet sich eine sehr diverse Menschensorte in der Kaste - ebenfalls nebst einigen freigelassenen Sklaven von der Erde (da diese häufig schreiben können sind sie ein wertvolles Gut für die Schriftgelehrten - und die Bedrohung ihrer Pfründe) Die Schriftgelehrten tragen üblicherweise graue Roben mit einem blauen Skapulier oder blauer Schärpe.
- Die Kaste der Krieger -
Ob man die Kaste der Krieger wirklich als hohe Kaste ansieht ist unter den hohen Kasten umstritten. Tatsache ist jedenfalls, das es kaum Aufnahmekriterien in die Kaste gibt und schon gar keine "offizielle Anerkennung". Wer sich ordentlich mit einem Schwert prügeln kann und sich ein rotes Röcklein anzieht, der gilt, was die Krieger angeht - als Krieger. Zwischen groben Raufbolden, volltrunkenen Söldnern, blutrünstigen Rächerinnen, ehrenhaften Kriegern und brillanten Strategen findet sich hier eine völlig unüberschaubare Anzahl an Waffentragenden. Krieger definieren ihren Wert daher weniger über ihre Kaste, sondern über a) ihren Lehrmeister, b) ihre militärische Einheit und c) ihre bisherigen Erfolge. Ein Treffer zweier einander unbekannter Krieger artet gelegentlich in ein stundenlanges, gegenseitiges Erzählen von alten Kriegsgeschichten aus. "Das du das Rot trägst heißt noch gar nichts, Sohn - Wichtig ist nur, wen du erschlagen hast!" sagte eins der alte Marlenus, der gefährlichste Haudegen von Ar, zu seinem Erstgeborenen. Der Respekt gegenüber der Kaste beim einfachen Volk ist jedenfalls hoch - hauptsächlich motiviert durch ihre Furcht. Viele Krieger nutzen diese Furcht aus und ziehen als eine Art raubender Söldner durch das Land um sich zu nehmen was sie wollen. Andere Krieger verachten diese Praxis und schützen die Einwohner "ihrer Stadt" vor diesen marodierenden Banditen die zufällig noch das Rot tragen. Die Kaste enthält auch die ein oder andere Frau, die es geschafft hat einen Mann zu erschlagen - die Tradition sieht es vor, das eine Frau solange das Rot tragen darf, wie sie es schafft ihre Jungfernschaft gegen über den Männern zu verteidigen. In der Praxis kommt es häufig genug vor, das eine vernarbte Frau mit mehreren Sklaven durch das Land zieht - und niemand es wagen würde zu "überprüfen" ob sie denn tatsächlich noch Jungfrau ist (an den Fingern hängen die meisten dann doch). Die Farbe der Krieger ist ein blutiges, dunkles Rot, die Erkennungszeichen das Gladius, das Schild, der Speer - und der Lamellenpanzer. Bei ärmeren Kriegern (und viele sind arm) wird der Lamellenpanzer meist durch eine Lederrüstung ersetzt.
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Das war Teil I meines Reimaginings von Gor - ein paar Dinge korrigiert die mir schon lange ein Dorn im Auge waren und die Kasten alle "spannender" gemacht (jedenfalls für mich). Man darf mich aber auch gerne auf Inkonsistenzen hinweisen - insoweit hab ich nicht die Weisheit mit Löffeln gefressen (und ja, es fehlt noch extrem viel)
Eine pragmatische, schmutzige, harte Welt.
AntwortenLöschenGut für Abenteuer. Sagte ich Dir ja schon vor längerem, dass mir das gefiele. Aber die Chancen dafür sind jenseits von 1:1000, denn es fehlt der "philosophische Kuschelfaktor". Der durchschnittliche RPler in SL ist weiblich und harmoniebedürftig. :D Du musst mehr Beziehung reinbringen.