http://blog.no-carrier.info/2011/08/08/und-so-zerbroselt-der-keks-nunmal/#comments
Barth sieht ein Problem, das ist schonmal gut und richtig, verfehlt aber mit ein paar Schlüssen die er zieht den Kern der Sache.
Warum ist das volkstümliche Theater in Gor so ein Mist? Warum können so halbsozialisierte, menschlich verabscheuungswürdige Troglodyten wie ich nicht einfach das Maul halten und spielen wenn sie aus ihrer Grotte kommen? Das scheint mir das Kernproblem aller Zwistigkeiten im Online RP zu sein.
Dabei ist die Lösung ganz einfach und vielleicht am einfachsten mit einem (umgedrehten) Beispiel erklärt:
Stellt Euch vor, ihr spielt unglaublich gerne romantisches RP zu zweit. Ein Picknick im Wald, mit Vaseline auf der Kameralinse. Bei Euch ist Eure bevorzugte Begleitung für derlei vorhaben. Es ist wunderbar - ein Seufzer, ein Lächeln, Schmetterlinge fliegen umher, Herzen schlagen im Takt und Liebe, ja Liebe liegt in der Luft. Gerade als ihr rufen wollt "Oh Augenblick verweile, du bist so schön!" ertönt ein Horn aus dem Wald - in Eurer Chatrange.
Stratege Aeneas, seines Zeichens Soziopath ersten Ranges tritt auf den Plan. Er ist zurück von einer Exkursion in den Süden, reiche Beute gemacht, bei einem Überfall (mit Schiffen) auf Tarnburg, zusammen mit den Alliierten Bakah und Torwaldsländern. Mit sich führt er Sklavinnen - und die aufständischen Anführer von Tarnburg. Während also Euer/re Liebste/r seufzend ein Stück Torte anreicht emoten Aeneas und seine Cronies die Exekution (durch Pfählung) ihrer Gefangenen in graphisch recht eindeutiger Weise und setzen das ganze mit einer Orgie mit den weiblichen Gefangenen fort.
Fragt Euch an dieser Stelle - WAS für Auswirkungen hat das wohl auf Euer Kuschel RP im Wald? Ihr seid nicht beteiligt an Aeneas Blutorgie - ihr sitzt nur da und bekommt sie mit. Einer seiner Krieger ist vielleicht zu Euch gekommen, hat Euch guten Appetit gewünscht - aber ansonsten berührt Euch das RP nicht im geringsten. Ich kann diese Frage natürlich nur für mich selbst beantworten - meine romantische Stimmung wäre dahin und mein RP gestorben.
Das Beispiel ist natürlich ein sehr plakatives - aber genau dass ist das Kernproblem des Aufeinandertreffens von verschiedenen Spielstilen. Wenn gerade ein weitreichendes Komplott geschmiedet wird, dann NERVT das strafzettelbewehrte Thalarion wie nichts gutes. Wenn mit einer eiskalt berechneten Verführung der Ubar gefügig gemacht werden soll, dann stört die tumbe Sklavin "Labertaschi". Es gibt einen Grund warum die Discworld von manchen als lustig empfunden wird - das ist der gleiche Mechanismus. Im Rollenspiel der Ränkeschmiede stört es allerdings.
Natürlich sind verschiedene Spielstile miteinander kompatibel - die Exekution von Gefangenen stört weniger wenn man nebenbei gerade damit beschäftigt ist ein Kartell auszuhecken um die Stadt finanziell auszubluten. Von daher ist einiges an Fingerspitzengefühl gefragt wenn man das verbinden will.
Im Endeffekt macht es nun keinen Unterschied mehr, aber möglicherweise denkt der eine oder andere mal über seine "spielt doch einfach!" Aussagen nach. Da wäre ja schon mit geholfen.
(@Titel: "The Nile" ist auch eine hübsche Sim - die Fotos von da muss ich aber noch irgendwie aufbereiten, darum für heute nur ein paar Worte)
Du bist ein Zaunkönig?? Angeber!
AntwortenLöschenTanja
hmm.. an der Logik ist auch was dran... also sollte man schauen.. wo man extremeres RP betreibt..sei es extrem unromantisch oder extrem albern.. alles ist okay.. an seinem Platz... da kann ich Deiner Argumentation folgen.
AntwortenLöschenWas nicht okay ist, finde ich.. wenn der Stratege aus Deinem Beispiel selber zu den Romantikern geht, während die grade voll in Action sind...Love is in the air... und dort "stört", wie von Dir beschrieben und DANN anschliessend sich beschwert, dass diese Romantiker ihm ja wieder seine ganze Stimmung ruiniert haben...
Gruß, Dark (nicht anonym!)
Wie du diese Konstellation aus meinem Text zauberst, Dark, wird mir wohl ewig schleierhaft bleiben - den Strategen stört es doch in meinem Beispiel gar nicht, dass man ein Picknick macht. Genauso wie es die Volksbühnenschauspieler ja auch nie anfocht, dass man neben ihnen die Borgias gespielt hat.
AntwortenLöschenVielleicht ist es problematisch das ich in meinem Beispiel meinen Namen benutzt habe...
nee..ich hatte erst noch dazu schreiben wollen, dass ich DAS nicht aus Deinem Beispiel entnommen habe. Das Beispiel fand ich gut und klar, wie ich ja auch sagte.
AntwortenLöschenNEUE KONSTELLATION
Viele machen genau das, was ich versucht habe anhand DEINER Darsteller zu erklären. Vielleicht hätte ich nicht DEIN Beispiel nehmen sollen, um es leichter verständlich zu machen. Viele gehen irgenwo hin, wo ihr eigenes RP stört - hartes KampfRP als Beispiel, welches sie in ein romatisches Szenario tragen. Passt nicht. genau wie in Deinem Beispiel.
Wenn kjetzt die Romantiker klagen, verstehe ich es noch. Schliessliche haben die sich nicht zu den Harten bewegt, sondern sind da geblieben wo sie waren.
Aber in vielen Fällen sind es genau DIE die erst kommen.. in diesem Fall die harten, die danach klagen, dass das bereits vorhandene RP stört.
Das war weder auf Dich bezogen noch auf Dein Beispiel. Aber anhand Deines Beispiels finde ich, lässt sich das Grundproblem gut darstellen
True, true.
AntwortenLöschenIm Prinzip müsste man schauen, was läuft da gerade für ein RP und passt das was ich gerade abziehen will da rein oder stört es vielleicht.
Leider fehlt diese Sensibilität vielen.
Und die weiter reichende Konsequenz ist: Findet auf einer Sim überwiegend Volkstheater statt, ist der Stratege da viellicht nicht so gut aufgehoben - und umgekehrt!
Nea